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Come as You Are
Der abwesende Körper in der Kunst


Shadow of your Smile

Via Lewandowsky - Shadow of your Smile. Bild: Jacob Birken

Die Ausstellung „Come as You Are – Der abwesende Körper in der Kunst“ bildet den Auftakt einer neuen Ausstellungsserie des Zeppelin Museums, die unabhängige Ausstellungsmacher einlädt eine bestehende Ausstellung in die ständige Museumssammlung zu integrieren oder vor dem Hintergrund eines Themas mit unserer Sammlung zu arbeiten.

Durch den externen Blick auf die Sammlung sollen sich neue inhaltliche Ansätze der Präsentation ergeben. Die Sammlung soll dadurch nicht nur aufgewertet, sondern auch inhaltlich tiefer durchdrungen werden. Zudem – und das ist sicher ein wichtiger Aspekt – soll sich das Museum als lebendiger Ort der Kommunikation präsentieren, dessen Sammlung nicht in seiner Musealität erstarrt, sondern lebendig und offen auch kontroverse Interventionen von außen aushält und fördert.

Body Pressure

Bruce Nauman - Body Pressure. Leihgeber: Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof
Foto: Jacob Birken ©VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Der Kunstraum:Morgenstrasse aus Karlsruhe zeigt ab dem 5. August seine Ausstellung „Come as You Are“ im Graphikraum des Zeppelin Museums. Die Kuratoren Martin Heus und Jacob Birken gingen anlässlich der aktuellen Präsentation des legendären Grabtuches von Turin der Frage nach, was wir eigentlich sehen wenn, wir dieses Tuch erblicken. Tatsächlich knüpfen sich unzählige Fragen an dieses „Kunstwerk“ – vordergründig sind dies Fragen des Glaubens, hintergründig geht es aber auch um bildtheoretische und technische Fragen. Wie kann es überhaupt sein, dass Jesus Körper sich im Tuch abbildete? War es ein Wunder, gewirkt von Gottes Sohn auf Erden, oder nur der Trick eines „Magiers“, der bereits photographische Verfahren durchführen konnte, lange bevor sie als Technik bekannt wurden? Darüber führen Experten erbitterte Debatten und eine Einigung ist nicht in Sicht – darum sollte es im Grunde um die fundamentalere Frage gehen, ob Bilder – gemalte, gezeichnete oder auch fotografierte Bilder – die Macht besitzen, die Abwesenheit von Menschen vergessen zu machen. Kurz gesagt: sind Bilder in der Lage, die Lücke zu schließen, die der Verlust des Körpers in das Leben geschlagen hat? Die Kuratoren der Ausstellung haben in Zusammenarbeit mit dem Museum genau diese Frage untersucht. Wie gehen Künstler damit um und welche Techniken benutzen sie, um Körper sichtbar zu machen?

Für das Zeppelin-Museum ist diese Frage anlässlich der Schenkung einer Dix-Lithographie, die das Schweißtuch der Veronika darstellt von besonders aktuellem Interesse. Darüber hinaus werden in den ausgestellten Arbeiten phototheoretische Fragen angesprochen, die in der kommenden Andreas Feininger Ausstellung (Eröffnung am 23. September) von Belang sein werden.

In dieser Ausstellung bietet neben der Fotografie aber auch Malerei, Video- und Performancekunst genug Anlass, um der Frage nach der Abbildbarkeit von Körpern nachzugehen.

Gezeigt werden Werke von Bruce Nauman, Via Lewandowsky, Jim Campbell, Axel Philipp, Jeffrey Vallance und Tobias Trutwin. Ergänzt werden diese Werke durch Sammlungsbestände, allen voran natürlich bisher ungezeigte Druckgrafiken von Otto Dix.