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Joseph Beuys – Weekend
Auflagenobjekte 1967-1985


Maggiflasche und Buch (Kant: Kritik der reinen Vernunft), montiert in Kofferdeckel

Joseph Beuys ist 24 Jahre nach seinem Tod noch immer der meistdiskutierte deutsche Künstler, auch wenn sein Werk ohne die Person Beuys zu verblassen schien. Nicht nur die große Berliner Retrospektive im Hamburger Bahnhof 2008 sondern auch neuerdings eine Dauerpräsentation im Museum of Modern Art in New York und jetzt mit der Ausstellung “Joseph Beuys.Parallelprozesse“ in der Kunstsammlung Nordrhein – Westfalen/K 20 die Heimkehr nach Düsseldorf (wo er über Jahrzehnte tätig war), zeigen ihn wieder als einen der zentralen Künstler des 20.Jahrhunderts.

Bei allem politischen und sozialen Engagement war er doch in erster Linie Künstler. In seinen Papierarbeiten, seinen Originalobjekten und Multiples, in seinen Installationen sowie seinen Aktionen und Fluxus-Konzerten konnte er sich am besten ausdrücken. Künstlerisches Denken und gesellschaftliches Handeln bildeten bei ihm eine untrennbare Einheit. In seinem erweiterten Kunstbegriff verschmolzen politische und künstlerische Utopien zur “sozialen Plastik“.
In der Galerie Lutze gibt es seit 1987 regelmäßig Ausstellungen mit Auflagenobjekten von Beuys. In der Ausstellung vor zuletzt 2 ½ Jahren war auch in der Zeppelinstraße das wieder aufkeimende Interesse an Beuys spürbar, als vor allem durch eine Wiener Sammlung nach 20 Jahren erstmals eine Beuys-Ausstellung zu einem Erfolg geriet. Da nun diese Sammlung von Oktober bis Januar in der Ravensburger Städtischen Galerie zu sehen ist (Eröffnung 1.Oktober, 19 Uhr), und damit Werke von Beuys, die zuvor in Friedrichshafen zu sehen waren, vorübergehend wieder in die Region zurückkehren, möchte die Galerie die Ravensburger Schau mit einer eigenen Ausstellung begleiten.
Im Zentrum der Ausstellung steht in der Galerie der sogenannte “Weekend-Koffer“, den der Berliner Galerist Renè Block 1972 als Auflagenobjekt herausbrachte. Sieben seiner der Fluxus-Bewegung der 60er Jahre nahestehenden Künstler steuerten dazu ca. 20 Arbeiten bei. Da Beuys der berühmteste dieser Künstler war, wird sein Doppelobjekt “ich kenne kein Weekend“ (WerkNr. Schellmann 51) fast immer allein erwähnt, während die graphischen Arbeiten der anderen Künstler kaum in Erscheinung treten. Die Galerie konnte jetzt ein komplettes Exemplar des Koffers erwerben und wird alle darin enthaltenen Arbeiten in einem Raum zeigen, um so einen Blick auf die Fluxus-Bewegung zu werfen – eine der Quellen des Werkes von Joseph Beuys.