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Maternité
Kunst aus Afrika


BAULE /Elfenbeinküste, Höhe: 47cm

Am Samstag, den 26.3., findet ab 13 Uhr eine Finissage zur Ausstellung statt. Der in Lothringen lebende Künstler und Sammler Wolfgang Glöckler, aus dessen Besitz alle Exponate stammen, wird anwesend sein und eventuell eine neuerworbene Mutter-Kind-Figur mitbringen.

Bernd Lutze sammelt seit 40 Jahren Afrikanische Kunst. Dies führte bereits 1980 – in der alten Galerie in der Moltkestraße – zu einer ersten Ausstellung zu diesem Thema, als die Bereiche “Afrikanische Kunst“, “Volkskunst“ und “L`Art brut“ noch zur Galerietätigkeit gehörten. Noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts gab es nur wenige Liebhaber dieser Kunst, Künstler zumeist, die sie in Völkerkundemuseen entdeckten und sich von ihr inspirieren ließen: Picasso, Modigliani, Matisse und Braque in Paris, oder Nolde und Kirchner in Deutschland. Auch heute hält das Interesse der Künstler an afrikanischer Skulptur an, wie es z.B. die Sammlungen von Georg Baselitz, Fritz Koenig und Horst Antes zeigen.

Der glückliche Umstand, einen Künstler zu kennen, der sich ebenfalls seit 40 Jahren mit afrikanischer Kunst beschäftigt und auch immer wieder bereit ist, sich von den seit Jahren zusammengetragenen Stücken zu trennen, hat zu dieser Ausstellung geführt. In ihr werden als Besonderheit vor allem Mutter-Kind-Figuren gezeigt, die in dieser Fülle nicht allzu oft in Ausstellungen Afrikanischer Kunst zu sehen sind. Allerdings geht es dabei nicht – wie bei uns – in der Darstellung von Mutter und Kind um das Aufzeigen von Mutterglück. Den Menschen in Afrika oder den Naturvölkern überhaupt geht es immer um das Überleben in einer von übersinnlichen Kräften (Geistern) geprägten Welt. Deshalb dienen diese Figuren und ihr Beopfern zum einen dazu, die allgegenwärtigen Geister um Fruchtbarkeit, also um reichen Kindersegen zu bitten. Zum anderen gilt es, diese Figuren so “schön“ zu machen, dass sich die Geister verstorbener Kinder – bei der nachwievor hohen Kindersterblichkeit in der dritten Welt – darin wohl fühlen und durch Beopfern der Figuren in diesen verweilen und kein Unwesen in der Familie oder der Dorfgemeinschaft treiben.

Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass die Tochter des Galeristen gerade ihr erstes Kind bekommen hat, und dieser Anlaß auch Grund für die Ausstellung war…