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Romane Holderried Kaesdorf

Romane Holderried Kaesdorf : ausgewogene beruhigte Zeichnung gemacht, Bleistift/Karton, 1986, 54 x 40 cm

(1922-2007)
Zeichnungen aus vier Jahrzehnten

“Sensibel durch Härten“: Gespräch mit Dr. Uwe Degreif (Museum Biberach) am Mittwoch,
den 7. März, um 20 Uhr. Eintritt ist frei.

Romane Holderried Kaesdorf wurde 1922 in Biberach geboren. Von 1942-1944 besuchte sie die Radier- und Zeichenklasse an der Stuttgarter Kunstakademie. In ihrer Biographie schreibt sie “nach 1945 Bilder gemalt und nicht aufgehört zu zeichnen… nach 1966 nur noch gezeichnet und später wieder unter Verwendung von Farbe.“
Unbekümmert vom permanenten Wechsel der künstlerischen Stile und Moden hat sie sich in ihren Arbeiten beharrlich mit dem Menschen und seinem Tun beschäftigt. Im Gegensatz zu landläufigen Konventionen und Verhaltensweisen sind die Handlungen und Haltungen ihrer Figuren möglich, wenn auch nicht immer gewöhnlich. Waren es anfangs die Männer, die sich in ihren Zeichnungen wie auf einer Bühne auf unterschiedliche Weise mit sich selbst, mit anderen und mit verschiedenen Gegenständen beschäftigten, so übernahmen Anfang der achtziger Jahre die Frauen die Vorherrschaft. Allerdings umgaben sie sich mit anderen Dingen und führten auch andere Handlungen und Übungen als die Männer aus. Die Konzentration auf das eigene oder gemeinsame Tun, das Insichversunkensein der Bildfiguren blieb. Jedoch darf das Tun der Männer oder Frauen, meist begleitet von einem knappen Text innerhalb des Bildes, nicht von der zeichnerischen Qualität der Arbeiten ablenken. Denn dafür hat sie u.a. 1991 den Hans-Thoma-Preis und 1992 den Professoren-Titel des Landes Baden-Württemberg und 1997 den Kunstpreis des Landes Vorarlberg bekommen.

Die Arbeiten leben von Romane Holderried Kaesdorfs Fähigkeit, mit Bleistiftstrichen unterschiedlicher Qualität und sparsam gesetzter Farbe die Bildfläche zu gliedern, leere Bildräume gegen schraffierte Flächen zu setzen, Hartes gegen Weiches, Kantiges gegen Rundes. Ihr Strich ist “laut und deutlich“ – wie sie es selbst einmal nannte -, eindeutig und entschieden. Die Gegenständlichkeit schlägt immer wieder in abstrakte Gestaltung um, ein Strich kann zum Gegenstand werden und schon einmal in den Händen gehalten werden.