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JOCHEN GERZ

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Zum dritten Mal zeigt die Galerie Lutze Arbeiten des 1940 in Berlin geborenen Jochen Gerz. Nach der eigenen künstlerischen Identität gefragt, antwortete er schon 1972: Er mache in der Kunst alles außer Malerei, Skulptur, Zeichnung. Motor der Tätigkeit des meist als Konzept- und Medienkünstler bezeichneten Gerz sind von Anfang an Zweifel und Skepsis. Er studierte Ende der 50er Jahre in Köln Germanistik, Anglistik und Sinologie und – nach einem kurzen Aufenthalt in London – von 1962-1966 in Basel Archäologie und Urgeschichte; damals wächst in ihm die Überzeugung, den widersprüchlichen Erfahrungen des Lebens mittels Anhäufung von Wissen nicht beizukommen. 1966 geht er als Schriftsteller nach Paris, schreibt visuelle Texte, gründet einen Autorenverlag und beginnt 1969 mit den Foto-Text-Arbeiten. Unterbrochen von längeren Reisen und Aufenthalten in Nordamerika, lebt er bis 2008 in Frankreich und arbeitet seitdem in Irland.
Nach den frühen Arbeiten folgen Aktionen und Performances, die oft bis an die Grenze (oder manches Mal darüber hinaus) der physischen Belastbarkeit des eigenen Körpers gehen, so z.B. in der Ausstellung die Fotos der Aktion “Schreiben mit der Hand“ (1972), die eine Blutspur hinterlässt.
Die Teilnahme an der Documenta in Kassel 1972, 1977 und 1987 und an den Biennalen von Venedig (mit Beuys und Ruthenbeck) und Sydney, zahllose Einzelausstellungen in Museen in der ganzen Welt belegen seine Bedeutung für die Gegenwartskunst. Er ist im Ausland wohl einer der am meisten beachteten und geachteten deutschen Künstler, nicht zuletzt wegen seines in seinen Arbeiten immer wieder sichtbaren Reflektierens deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert.
Im Bodenseeraum ist Jochen Gerz durch sein Projekt “woherwohin“ anlässlich des Bodenseefestivals 2004 bekannt geworden. Es ist ein Beispiel für die zunehmende Einbeziehung der Menschen in sein Werk, das nicht mehr nur auf der Wand hängt sondern im öffentlichen Raum oder in Publikationen präsent ist.
In der Ausstellung werden 3 großformatige Arbeiten gezeigt – “His Society“ von 1989 war gerade auf der Kölner Kunstmesse ART COLOGNE zu sehen – sowie Editionen und Originale aus 3 Jahrzehnten.