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PRIVAT

Barbara & Michael Leisgen, Heiße Weise, 1978

Wenn man von einem Galeristen spricht, denkt man oft an die Künstler, die er ausstellt. So fallen einem bei “Galerie Lutze“ z.B. die Namen Barth, Song, Holderried Kaesdorf, Antes, Beuys und Richter ein. In der Ausstellung “Privat“, die am Freitag, den 13. Dezember, um 20 Uhr eröffnet wurde sind jedoch nur Arbeiten von Künstlern zu sehen, die in 35 Jahren Galerie dort nie ausgestellt wurden. Lutze zeigt einen Ausschnitt seiner privaten Sammlung – 38 Arbeiten von 37 Künstlern. Lediglich der Nürnberger Maler Oskar Koller ist zweimal mit Aquarellen von 1964 vertreten – eine Würdigung des Mannes, durch den Bernd Lutze noch als Schüler kunstsüchtig gemacht wurde. Dies ist über 50 Jahre her – entsprechend spiegelt die Ausstellung auch die Kunstgeschichte der vergangenen Jahrzehnte wider. Der Kontakt mit aktueller Kunst kam durch Besuche in Münchner Galerien zustande – vor allem der legendären Galerie Friedrich & Dahlem. Hier wurden schon sehr früh u.a. Richter, Polke und Konrad Lueg gezeigt – Düsseldorfer Künstler, die den sogenannten “Kapitalistischen Realismus“ begründeten. Lueg ist in der Ausstellung mit einem Folienbild von 1967 vertreten. Aus der gleichen Zeit stammt die Auflagenarbeit “High Energy Bar” des Amerikaners Walter De Maria. Weitere Skulpturen stammen von Bernhard Prinz, Katharina Fritsch und Reiner Rutenbeck. Aus Lutzes Zeit als Sekretär bei Horst Antes 1967-76 und den Kontakten zu dessen Studenten an der Karlsruher Akademie stammen das Bild “Tisch“ von Stefan Bergmann und eine Fotoarbeit des Studentenpaares Barbara & Michael Leisgen. Große Namen der Weltkunst – Warhol, Christo, Uecker, Kienholz oder Jenny Holzer – sind ebenso vertreten wie weniger bekannte, z.B. Gernot Bubenik, Arnold Leissler, Michael Buthe und Uwe Lausen. Aus der Region finden sich der in Friedrichshafen geborene Bruno Demattio und Hermann Schenkel aus Biberach. Von dort stammt auch Georg Winter, den Lutze – wie auch Alexander Kraut und Hanns Schimansky – durch eine Ausstellung des Friedrichshafener Kunstvereins kennenlernte. Und: überraschend zeigt die Sammlung von Kunst nach 1960 auch einen Holzschnitt von Max Beckmann aus dem Jahr 1922.

Beim Kunst-Freitag am 31. Januar 2014 ist die Galerie von 19 bis 24 Uhr geöffnet.