28. Kunst-Freitag, 4. Juli 2014


Ein Abend, eine Stadt, acht Kunstinstitutionen und ein lebendiges und abwechslungsreiches Kunst- und Kulturprogramm – am 4. Juli 2014 ist wieder Kunst-Freitag in Friedrichshafen.

Bürgermeister Peter Hauswald eröffnet um 18 Uhr den Kunst-Freitag im Kiesel des Medienhauses k42. Es folgt ein Impulsreferat über Parasitäre Strategien in der Kunst von Dr. Stefanie Dathe, Leiterin des Museums Villa Rot, Burgrieden.

Ab 19 Uhr zeigt das Kulturbüro Friedrichshafen im Kiesel Videoarbeiten von Benedikt Braun in einer Endlosschleife. Thematisch beschäftigt sich der Künstler mit Macht und Werten – ganz ohne ästhetische Regeln und ohne Abgrenzung der künstlerischen Mittel, dafür aber mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Braun selbst nennt sein Schaffen Ultra Freie Kunst. Im Jahr 2010 erhielt er den Kunstförderpreis der Stadt Friedrichshafen.

Der Kunstverein Friedrichshafen setzt mit den Werken Vater/Sohn von August Sander und Standbilder von Anja Braun seine Werkreihe diezeiten: More Than Fifteen Minutes fort. Um 19 Uhr führt der Ausstellungsmacher Jörg van den Berg in die Thematik der Standbilder ein, die um 22:30 Uhr im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin Anja Braun vertieft wird. Von 18 bis 22 Uhr werden die Wege der Besucher zu einem neuen Standbild von Anja Braun: Auf dem Buchhornplatz zwischen Zeppelin Museum, Kunstverein und Kiesel markiert die Künstlerin die Standorte der Kunst-Freitag-Besucher mit Klebeband auf dem Boden.

In dreifacher Hinsicht lohnt sich ein Besuch im Zeppelin Museum Friedrichshafen: Anlässlich der Neupräsentation der Kunstabteilung bietet das Zeppelin Museum Friedrichshafen um 21 und 23 Uhr eine Führung durch die Dauerausstellung an. Nach den Themenbereichen Mensch und Technik und Mensch und Natur umspannt der letzte Neukonzeptionsschritt Mensch und Glaube Kunstwerke von religiösen bis hin zu technischen Glaubenssystemen.
Im Rahmen einer Führung können die Besucher des Zeppelin Museums um 20 und 22 Uhr radikal neue Kunst der deutschen Nachkriegszeit erleben. Die Ausstellung ZERO – Zwischen Himmel und Erde zeigt Werke der Künstlergruppe ZERO, die – unbelastet von Ideologie und Kunstgeschichte – durch die Bearbeitung von Licht und Bewegung eine neue Bildsprache entwickelte. Die Wechselausstellung zeigt Arbeiten von Otto Piene, Heinz Mack, Günther Uecker, Hans Haacke, Lucio Fontana, Yves Klein, Piero Manzoni und Adolf Luther.
Traditionell informiert die Artothek des Zeppelin Museums über die Modalitäten der Ausleihe. Zu Gast ist diesmal der Konstanzer Künstler Burkhart Beyerle, der mit neun Arbeiten in der Artothek vertreten ist.

Ein weiteres Highlight des Abends ist die Performance Returning from Places I’ve never been von Michael Fliri. Die Arbeit des 33. Stipendiaten der ZF Kunststiftung kreist um die Begriffe Identität und Maske. Fliri lässt sein Gesicht in mehreren Phasen durch Latex-Prothesen und Make-up verwandeln. Die Physiognomie des Künstlers erfährt so eine stetige Veränderung und die individuellen Züge lösen sich in eine immer abstraktere Form auf. Die Performance findet von 19 bis 21 Uhr im Foyer des Zeppelin Museums statt.

Die JazzNight beim 28. Kunst-Freitag wird von Norbert Dehmke’s „Open Source“ musikalisch gestaltet. Der spezielle Charakter einer jeden Komposition der Band wird durch eine Stimmung, Geschichte oder Person reflektiert, eigene Musik in einem neuen Kontext interpretiert. Aus projizierten Bildern entstehen musikalische Bühnenbilder, die durch visuelle Improvisationen eine Verstärkung erfahren. Ab 21:30 Uhr kann die Music-in-Pictures-in-Music unter der Zeppelinrekonstruktion im Zeppelin Museum gehört, gesehen und getanzt werden.

Die Galerie Lutze zeigt die Ausstellung Horst Antes: Bilder 1963-2013. Neben einem Datumbild zum Golfkrieg 1991 und einigen älteren Arbeiten ab 1963 werden etwa zwanzig noch nie gezeigte Bilder präsentiert, die in den letzten 15 Jahren im Atelier in Italien entstanden sind. Bernd Lutze – von 1967 bis 1976 selbst Mitarbeiter bei Horst Antes – gibt um 20:15 Uhr und nach Bedarf / Ankunft des Kunst-Busses kurze Einführungen in die Ausstellung.

Die Plattform 3/3 eröffnet um 20:30 Uhr die Ausstellung Matthias Keller: Parallele Welten. Nach der Begrüßung durch Erika Lohner und einer Laudatio von Dr. Friederike Lutz können sich die Besucher selbst ein Bild von Kellers irrealer und grotesk-komischen Kunstwelt machen. Der Künstler verbindet künstlerische Ausdrucksformen wie Theater, Musik und bildende Kunst und lässt die Welt des Realen und Fantastischen in surrealen Räumen und durch figürliche Elemente aufeinandertreffen.

Der Kunst-Bus der Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH bringt auch am 4. Juli 2014 die Besucherinnen und Besucher kostenfrei von Location zu Location. Während der Fahrt thematisiert die Intervention Making Places von Albert Allgaier und Bernhard Garnicnig zehn historische und aktuelle Entwürfe, die den Kulturstandort Friedrichshafen temporär um künstlerische Institutionen erweitern. Darüber hinaus bietet die Katamaran-Rederei Bodensee zusätzliche Abendfahrten auf der Strecke Konstanz – Friedrichshafen und zurück an.

Bereichert wird das Programm der Kunstinstitutionen Friedrichshafens durch Parallelveranstaltungen: Die Kunsthandlung und Galerie am kleinen Berg von Uwe Petrowitz eröffnet anlässlich des 28. Kunst-Freitags und zeigt Bilder und Skulpturen von elf regionalen Künstlern. Die Schaufenster-Galerie Gros präsentiert Arbeiten von Renate Schwab aus den Jahren 2011 bis 2014.

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Der 28. Kunst-Freitag Friedrichshafen wird unterstützt vom Kulturbüro Friedrichshafen, der Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH sowie der Stadtwerk am See GmbH & Co. KG.